
Mit der richtigen Portion Provokation im Gepäck folgen Kommunikationsprojekte, welche über den Kunstkontext hinausreichen, die Öffentlichkeit als Dialogpartner mobilisieren und das Thema Identität weiter auskundschaften. "Mocmoc" (2003 -07) - eine selbstreferenzielle Umkehrung des Künstlernamens - gipfelt in einer politischen Abstimmung über die Entfernung des von Com&Com aufgestellten Denkmals zum frei erfundenen Ursprungsmythos von Romanshorn. Dies erzeugt eine breitenwirksame Auseinandersetzung über die eigene Zugehörigkeit. Mit Kinderzeichnungen, einem Hörspiel mit Kinderliedern, einer Website, Werbeartikeln und dem passenden Maskottchen dokumentiert das Künstlerduo die aktive Teilnahme der Bevölkerung, aber auch die Austauschbarkeit von Ursprungsmythen, da die Aktion noch in drei weitere Länder exportiert wurde.
Mit "Gugusdada" (2004 bis heute), einer Hommage an die in Zürich entstandene Kunstbewegung, erreichen Com&Com einen weiteren Höhepunkt an kontroversen Aktionen, indem sie ein Elternpaar dazu bewegen, ihr neugeborenes Kind Dada zu taufen. Das Kind selbst wird damit zum Kunstwerk erklärt und in der Tradition Marcel Duchamps als Ready Made definiert.
Nach dieser Phase der Partizipationen und Provokationen wenden sich Com&Com ab 2005 dem originären Kunstwerk und neuen Themen zu. Es entsteht das Roadmovie "The Big One" (2005-07), was zu einer neuen Huldigung der abstrakten Malerei führt.
Rechtzeitig zum Ende der Spassgesellschaft sagen sich Com&Com mit dem "First Post-Ironic Manifesto" (2008) von der zuvor gepflegten Geisteshaltung los und beschäftigen sich mit Fragen nach Freiheit, Schönheit, Liebe und dem Sinn des Lebens. Ihr aktuelles Internetprojekt "Making Ideas" (seit 2009) sucht nach noch nicht realisierten Ideen und Träumen vor dem Hintergrund der Herausforderung unserer Zeit. Gleichzeit rückt die Natur als Motiv und Material in den Fokus ihrer Tätigkeit. Com&Com entdecken die traditionellen Medien, zelebrieren das Handwerk und suchen nach einer neuen Wahrhaftigkeit. Erstmals zeigen sie in Biel eigene Zeichnungen, keramische Objekte, Holzskulpturen und die große Installation "Baum" (2010). Getreu dem Ausstellungstitel, der sich am Ende des Rundgangs entschlüsselt, feiern sie in ihrer ersten Überblicksausstellung die Natur, welche an erhabener Schlichtheit nicht zu übertreffen ist.
Ausstellung
17. Januar 2010 – 14. März 2010
Events
Opening: 16 Januar 2010 - 17:00
Buchvernissage: 21. Februar 2010, 12:00
Finissage und Performance: 14. März 2010, 12:00
CentrePasquArt
Kunsthaus Centre d'art
Seevorstadt 71-75
2502 Biel / Bienne
www.pasquart.ch
