Hrsg: Johannes M. Hedinger, Marcus Gossolt, CentrePasquArt Biel/Bienne
Dies ist kein herkömmliches Kunstlexikon.
Im ersten Teil des Lexikons zur zeitgenössischen Kunst von Com&Com sind 220 Artikel zu Begriffen versammelt, die in der zeitgenössischen Kunst eine zentrale Rolle spielen (von Adbusting und Authentizität über Globalisierung, Identität, Marketing, Öffentlicher Raum, Partizipation, Social Media, Strategie und Verführung bis Zitat und Zukunft). Verfasst wurden diese Artikel von 160 Autoren, keineswegs nur Kunstwissenschaftler und Fachexperten. Das führt zu überraschend erfrischenden Statements zu aktuellen Themen und Aspekten der zeitgenössischen Kunst. Gerade diese Erweiterung des Kunstdiskurses in Richtung Soziologie, Wirtschaft, Pop und Alltag ist denn auch charakteristisch für die gegenwärtigen Tendenzen in der Kunst.
Zweitens ist die Publikation aber auch ein umfassender Ausstellungs- und Oeuvrekatalog von Com&Com und ihre 14 Jahre Zusammenarbeit. Neben dem 200 Seiten umfassenden Glossar zur zeitgenössischen Kunst und ausführlichen Werkbeschreibungen zu sämtlichen bisherigen Com&Com-Werken bietet das Buch ein Bildarchiv mit rund 1500 Abbildungen zur Arbeit des Künstlerduos und versammelt ausserdem 33 Essays, die das Werk von Com&Com analysieren und in den Rahmen der zeitgenössischen Kunst einordnen. Alle Teile des Buches sind mit Schlagworten und Verweisen untereinander verlinkt.
Mit Essays, Artikeln und Zitaten von: Jamila Adeli, Silke Andris, Anne-Kathrin Auel, Dirk Baecker, Barbara Basting, Christian Bauer, Thomas Bauer, Clemens Bellut, Timon Beyes, Tobia Bezzola, Daniel Binswanger, Elke Bippus, Bernhard Bischoff, Konrad Bitterli, Christoph Blase, Frank Böckelmann, Alexander Böckli, Frank Bodin, Matthias Böttger, Elisabeth Bronfen, Georg Brunold, Hannelore Bublitz, Sabeth Buchmann, Kathleen Bühler, Vera Bühlmann, Nicole Antoinette Büttner, Lucius Burckhardt, Com&Com, Paul Davies, Gilles Deleuze / Félix Guattari, Christian Demand, Dolores Denaro, Denis Diderot, Diedrich Diederichsen, Gregor Dös, Piroschka Dossi, Tim Dührkoop, Heike Eipelhauer, Harald Falckenberg, Thomas Feuerstein, Anselm Franke, Anne Marie Freybourg, Thomas Friemel, Sven Gächter, Giorgio Vittorio Girardet, Bruno Glaus, Marcy Goldberg, Andreas Göldi, Christoph Görg, Marcus Gossolt, Simon Grand, Walter Grasskamp, Peter Gross, Boris Groys, Thomas Grüebler, Peter Hanke, Jürgen Häusler, Vinzenz Hediger, Johannes M. Hedinger, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Elke Heidenreich, Wolfhart Henckmann, Matthias Henkel, Adrian Heuberger, Caspar Hirschi, Medea Hoch, Jens Hoffmann, Joan Jonas, Peter Hogenkamp, Tom Holert, Hanna Hölling, Anaïs Hostettler, Kornelia Imesch, Theres Inauen, Helga Isak, Harald Kimpel, Udo Kittelmann, Stefan Klein, Pius Knüsel, Antje Kraus, Karl Kraus, Sophie-Therese Krempl, Verena Krieger, Tom Kummer, Dominique Lämmli, Philipp Lämmlin, Markus Landert, Astrid Lange, Remo H. Largo, Aldo Legnaro, Anna Lehninger, Helga Leiprecht, Anton Leist, Thomas Lemke, Silvia Ricci Lempen, Claude Lévi-Strauss, Franz Liebl, Holger Liebs, Konrad Paul Liessmann, Konrad Lotter, Wolf Lotter, Karl Marx, Philipp Meier, Malte Mertz, Torsten Meyer, Yana Milev, Irene Müller, Sighard Neckel, Kathrin Neuburger, Adrian Notz, Novalis, Barack Obama, Sibylle Omlin, Karl-Josef Pazzini, Joachim Penzel, Herbert Pfortmüller, Tina Piazzi, Karl Heinz Pichler, Sebastian Plönges, Jeannette Polin, Diana Porr, Ulf Poschardt, Hanno Rauterberg, Hans Ullrich Reck, Thomas Reinhard, Suzann-Viola Renninger, Christian Rentsch, Hans Peter Riegel, Theresa Riess, Stefan Römer, Lea Salis, Sabine Schaschl, Steven Schepurek, Imanuel Schipper, Camille Schlosser, Enno Schmidt, Steffen Schmidt, Ansgar Schnurr, Birte Carolin Sebastian, Heribert Seifert, Richard Sennett, Bernadett Settele, Stefan Seydel, David Signer, Manuel Stagars, Res Strehle, Bettina Steinbrügge, Peter Studer, Wey-Han Tan, Karin Thomas, Oliviero Toscani, Wolfgang Ullrich, André Utzinger, Friedrich von Borries, Petra von Gerr, Roger Walch, Klaus Wassermann, Petra Wegener, Birk Weiberg, Jeannette Weiss, Thomas Wimmer, Gereon Wulftange, Thomas Zacharias, Jörg Reinhard Zielinski, Slavoj Zizek.
628 Seiten, 1566 Abbildungen / 17 x 23 cm, Hardcover, Leinen, deutsch
Euro (D) 42.–, CHF 68.– / ISBN 978-3-7212-0-734-7 / Niggli Verlag Sulgen/Zürich
Buchvernissage Sonntag 21. Februar 2010
12h Buchvernissage und Apéro,
14h Führung durch die Ausstellung
CentrePasquArt
Kunsthaus Centre d'art
Seevorstadt 71-75
2502 Biel / Bienne
www.pasquart.ch
Seit bald fünfzehn Jahren macht das Schweizer Künstlerduo Com&Com - bestehend aus Marcus Gossolt (geb. 1969) und Johannes M. Hedinger (geb. 1971) - mit prozess- und kommunikationsorientierter Konzeptkunst von sich reden. Ihr Name wurde selbst zur Marke für eine getreu nach Marketingstrategien funktionierende Kunst, einen gemeinschaftlichen Autorenbegriff sowie den professionellen Einsatz von Film, Fotografie und Merchandisingartikeln. Mit ihrer Parodie auf die helvetische Ursprungslegende, aber auch mit anderen, ironischen Verarbeitungen des Starsystems gelangen sie zu internationaler Berühmtheit. Mit "C-Files: Tell Saga" (1999-2001) werden sie vom Kunsthaus Zürich zu einer ersten Werkpräsentation und 2001 von Harald Szeemann zur Biennale in Venedig eingeladen.
Mit der richtigen Portion Provokation im Gepäck folgen Kommunikationsprojekte, welche über den Kunstkontext hinausreichen, die Öffentlichkeit als Dialogpartner mobilisieren und das Thema Identität weiter auskundschaften. "Mocmoc" (2003 -07) - eine selbstreferenzielle Umkehrung des Künstlernamens - gipfelt in einer politischen Abstimmung über die Entfernung des von Com&Com aufgestellten Denkmals zum frei erfundenen Ursprungsmythos von Romanshorn. Dies erzeugt eine breitenwirksame Auseinandersetzung über die eigene Zugehörigkeit. Mit Kinderzeichnungen, einem Hörspiel mit Kinderliedern, einer Website, Werbeartikeln und dem passenden Maskottchen dokumentiert das Künstlerduo die aktive Teilnahme der Bevölkerung, aber auch die Austauschbarkeit von Ursprungsmythen, da die Aktion noch in drei weitere Länder exportiert wurde.
Mit "Gugusdada" (2004 bis heute), einer Hommage an die in Zürich entstandene Kunstbewegung, erreichen Com&Com einen weiteren Höhepunkt an kontroversen Aktionen, indem sie ein Elternpaar dazu bewegen, ihr neugeborenes Kind Dada zu taufen. Das Kind selbst wird damit zum Kunstwerk erklärt und in der Tradition Marcel Duchamps als Ready Made definiert.
Nach dieser Phase der Partizipationen und Provokationen wenden sich Com&Com ab 2005 dem originären Kunstwerk und neuen Themen zu. Es entsteht das Roadmovie "The Big One" (2005-07), was zu einer neuen Huldigung der abstrakten Malerei führt.
Rechtzeitig zum Ende der Spassgesellschaft sagen sich Com&Com mit dem "First Post-Ironic Manifesto" (2008) von der zuvor gepflegten Geisteshaltung los und beschäftigen sich mit Fragen nach Freiheit, Schönheit, Liebe und dem Sinn des Lebens. Ihr aktuelles Internetprojekt "Making Ideas" (seit 2009) sucht nach noch nicht realisierten Ideen und Träumen vor dem Hintergrund der Herausforderung unserer Zeit. Gleichzeit rückt die Natur als Motiv und Material in den Fokus ihrer Tätigkeit. Com&Com entdecken die traditionellen Medien, zelebrieren das Handwerk und suchen nach einer neuen Wahrhaftigkeit. Erstmals zeigen sie in Biel eigene Zeichnungen, keramische Objekte, Holzskulpturen und die große Installation "Baum" (2010). Getreu dem Ausstellungstitel, der sich am Ende des Rundgangs entschlüsselt, feiern sie in ihrer ersten Überblicksausstellung die Natur, welche an erhabener Schlichtheit nicht zu übertreffen ist.
Ausstellung
17. Januar 2010 – 14. März 2010
Events
Opening: 16 Januar 2010 - 17:00
Buchvernissage: 21. Februar 2010, 12:00
Finissage und Performance: 14. März 2010, 12:00
CentrePasquArt
Kunsthaus Centre d'art
Seevorstadt 71-75
2502 Biel / Bienne
www.pasquart.ch
Com&Com (Marcus Gossolt/Johannes M. Hedinger) arbeiten an der Schnittstelle von Kunst und Medien und hinterfragen diese auf vielschichtige Art und Weise. Für ihre multi- und transmedialen Kunstprojekte bedienen sie sich verschiedenster Kunstgattungen wie etwa Film, Musik, Text, Fotografie, Zeichnung, Skulptur, Installation oder Malerei. Die verschiedenen Werkgruppen führen zu komplexen, theoretisch-ästhetischen Diskursen und verstehen es, stets aufs Neue zu irritieren und faszinieren.
Im Jahr 2009 befreit sich das Künstlerduo mit dem Verfassen des ersten "postironischen Manifests" nach dreizehn Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit von allem Bisherigen, um "Neues" zu ermöglichen. Nach eher theoretischen Ansätzen der früheren Arbeiten, fliessen neue/alte Techniken und Inhalte in die Produktion ein. Die bewusst gewählte Zäsur dient dazu, die künstlerische Arbeit selbstreflektiv zu überdenken sowie inhaltlich und formal neu auszurichten: Com&Com hat mit den Methoden der Ironie und Provokation gebrochen. Es ist der Beginn einer neuen Schaffensphase mit einem radikal veränderten Kunstverständnis: Die Wiederentdeckung der Schönheit im Alltag und im Einfachen steht neu ebenso im Zentrum, wie die Huldigung des Authentischen, Unverbrauchten. Mit ihrem neuen Kunstverständnis auf der Suche nach Schönheit und Sinn entstehen überraschende, neue Werke. Ganz im Sinne eines Neuanfangs erkunden sie in dieser "postironischen" Phase die Thematik von Mensch und Natur. Im Zentrum stehen dabei die leichthändig gesetzten Bleistiftzeichnungen sowie die Holz- und Keramikskulpturen
Ausstellung
15 January 2010 – 6 March 2010
Galerie Bernhard Bischoff & Partner
Speichergasse 8
3011 Bern
www.galeriebk.ch
Das Schweizer Künstlerduo Com&Com, einst durch ironische Zitatwerke bekannt geworden, rief für 2009 das Jahr der Postironie aus und formuliert im postironischen Manifest erste Thesen. "Die Postironie verstehen wir als Übungsfeld und Entwurf für eine Welt, in der sich eine neue vereinte globale Kultur und ein weltoffenes Stammessystem zu formieren beginnt. Für uns steht Postironie für Wandel und Hoffnung auf eine bessere Welt, die weitgehend frei von Sarkasmus und Zynismus ist. Für Emotionalität und Mut zum Pathos und grossen Gefühlen. Für ganzheitliche, emotionale wie spirituelle Nachhaltigkeit und Verantwortung. Für Selbstdarstellung, als Individuum, wie in Kollaboration oder Partizipation. Sowie für völlige Vorstellungs- und Gestaltungsfreiheit".
Für den VFO schuf Com&Com zwei im Airbrush-Verfahren von Hand gesprayte Grafiken inklusive T-Shirts mit gleichem Sujet – quasi das T-Shirt zum Bild (oder umgekehrt). Nicht nur der Akt des Sprayens verweist auf (teils illegalen) Aktionen im öffentlichen Raum und die zugehörigen Jugendkultur, auch das T-Shirt ist eine Referenz an die Jugendkultur und das Propagieren einer Botschaft und Weltansicht in der Öffentlichkeit. Durch die Verdoppelung der Trägermedien entsteht zudem eine Diskussion um den Präsentationsraum von Kunsteditionen, ein Spiel zwischen Innen und Aussen, zwischen Kunst- und öffentlichen Raum.
Künstlerliste
Evelina Cajacob, Com&Com, Christian Denzler, Klodin Erb, Marco Ganz, Max Grüter, Cécile Hummel, Tere Wydler
Ausstellung: 26.8. – 18.11.2009
Verein für Originalgrafik
Verena Conzett-Strasse 7
8004 Zürich
Schweiz
www.postirony.com
www.vfo.ch
Im Rahmen des Festivalthema „NEW ERA“ und der von Blanca de a Torre Garcia kuratierten Ausstellung „The Treshold of Noosphere“ lanciert Com&Com sein neusten Projekt „MAKING IDEAS“.
MAKING IDEAS gründet auf der Annahme, dass es unzählige Menschen mit wunderbaren, aber unrealisierten Ideen gibt. Ziel dieses mehrjährig angelegten, künstlerischen Nonprofit-Projektes ist, diese Ideen aufzuspüren, zu sammeln, präsentieren und einige davon zu realisieren.
MAKING IDEAS ist ein Kollaborations- und Partizipationsprojekt. Angesprochen sind alle Menschen (nicht nur Künstler), die eine Idee mit sich tragen, aber nie die Möglichkeit hatten, diese zu verwirklichen. Ziel ist es, einige dieser Ideen mit Hilfe unserer Netzwerke und Möglichkeiten zum Leben zu erwecken.
Zentrales Medium von MAKING IDEAS ist eine mehrsprachige Website, die gleichzeitig als Eingabe-, Präsentations-, Auswahl- und Dokumentations- und Promotionsplattform dient.
Aus dem Pool der laufend eingereichten Ideen wählen wir regelmässig spannende Ideen zur näheren Prüfung aus und besuchen deren Autoren. Daraus entstehen kurze Videoportraits, die auch auf der Website zu sehen sind und mit eine Entscheidungsgrundlage für die Auswahl der umzusetzenden Projekte bilden. Zentrale Auswahlkriterien sind Kreativität, Emotionalität, Poesie, Leidenschaft, Einzigartigkeit, Nachhaltigkeit, aber auch Realisierbarkeit.
Die realisierten Projekte werden im Rahmen von Ausstellungen, Festivals, Symposien o.ä. sowie auf der Projekt-Website in Text, Bild, Ton und Video präsentiert und diskutiert. Die Rechte der einzelnen Ideen und Projekte verbleiben bei den jeweiligen Autoren.
MAKING IDEAS wird zum ersten mal am Tina-B Festival in Prag im Oktober 2009 präsentiert. Am Mitte Januar 2010 ist es im der Schweiz im Kunsthaus Centre Pasquart in Biel zu sehen.
Künstlerliste
Elna Bajo, Olaf Breuning, Com&Com, Christoph Draeger, Chus Garcia Fraile, Johannes Gees, Federico Herrero, Jenny Marketou, Ivan Navarro, Warren Neidich, Yves Netzhammer, Nina Sobell, a.o.
Ausstellung: 8.10. – 25.10. 2009
Janovskeho 23
Prague 7
Czech Republic
www.makingideas.net
www.tina-b.eu/en