Com&Com wurde 1997 von Marcus Gossolt und Johannes M. Hedinger gegründet. Sie leben und arbeiten in Zürich, St.Gallen und an den Orten ihrer Projekte
International bekannt wurde das multidisziplinär arbeitende Künstlerduo mit dem 2001 von Harald Szeemann an die Biennale Venedig eingeladenen Filmprojekt «C-Files: Tell Saga», dem 2004 in einer Volksabstimmung mündenden Denkmal-Projekt «Mocmoc», sowie Einzelausstellungen im Kunsthaus Zürich (2000), den Kunstwerken Berlin (2003) und im CentrePasquArt Biel (2010). Bis heute hat Com&Com an über 120 Ausstellungen in 18 Ländern teilgenommen, 23 Kurzfilme gedreht, 8 CDs und 7 Bücher veröffentlicht und ein Musical inszeniert. Auch Performances, das Kuratieren von Ausstellungen, regelmässige Dozententätigkeit, kreativ-wirtschaftliche Dienstleistungen und kunstwissenschaftliche Forschung gehören in das Repertoire der vielseitig operierenden Künstler.


 

Stand zu Beginn das Label Com&Com noch für "Commercial Communication", hat sich die Ausrichtung des Künstlerduos in den letzten Jahren gewandelt und weiterentwickelt. Grob lässt sich das Werk von Com&Com in vier Phasen einteilen:



Phase I
Im Frühwerk (1997–2002) wurden Themen wie Heimat und Mythos, Werbung, Pop und das Starsystem multimedial parodiert und ironisch dekonstruiert. Als Techniken dienten Zitat, Appropriation, Sampling und Ready-Made; die Mittel neben anderen sind Persiflage, Fake oder Manipulation (Bsp. «C-Files: Tell Saga» [2000], «Side By Side» [2002], «Tell Star» [2002]).



Phase II
In der folgenden Schaffensperiode (2003–2007) entwickelte Com&Com komplexe Kommunikationsprojekte, die mittels gezielter Partizipations-, Provokations- und Aufmerksamkeitsstrategien über den Kunstkontextes hinaus die gesamte Gesellschaft als Dialogpartner einband und Themen wie den erweiterten Kunstbegriff, Legendenbildung und Identitätskonstruktion durch Kunst zum Inhalt hatten. (Bsp: «Mocmoc» [2003–2008], «Gugusdada» [2004–2007]). In diese Zeit fällt auch der Beginn der Lehr- und Vortragstätigkeit von Com&Com.



Phase III
In einer Übergangsphase (2005–2008) entdeckt Com&Com nach der Medien-, Konzept- und Kollaborationskunst zunehmend das singuläre und originäre Kunstwerk. Inhaltlich kreisen diese Arbeiten um Themen wie  Liebe, Schönheit, Sehnsucht, das Leben und die Sinnsuche. (Bsp: «The Big One» [2005–2007], «Google Earth Art» [2008]).



Phase IV
2009 hat Com&Com ganz mit der Ironie und Provokation gebrochen. Am Anfang steht programmatisch das postironische Manifest. Darin ruft Com&Com zur Wiederentdeckung der Schönheit im Alltag und Einfachen, zur Huldigung des Authentischen und zur Feier der Kreativität und Einzigartigkeit jedes einzelnen auf. Zentrale Aspekte postironischer Werke und Aktionen sind Neugier, Nachhaltigkeit, Social Responsibility und Sinnstiftung. Diese Neuausrichtung spiegelt sich sowohl in singulären Werken wie «Baum» [2010] oder «Ender» [2010], Performances sowie in Diskussions- und Bildungsprojekten wie «Postirony» [2009-11] oder Kollaborations- und Partizipationsprojekte wie «Bloch» [2011-14] wider.