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Mocmoc, 2003-2008

2003-2008

Audio, Design, Edition, Hörspiel, Konzept, Live/Performance, Malerei, Musik, Publikation, Skulptur, Vermittlung, Video, Web

Mocmoc

Einer Legende zufolge soll die pokémonartige Kreatur «Mocmoc» mit ihrem Horn einst das Städtchen Romanshorn vor einer verheerenden Feuersbrunst gerettet haben. Die allerdings erst in jüngster Zeit erfundene Legende und das dazugehörende Denkmal sind Bestandteil eines Kunst-am-Bau-Projektes, das Com&Com gewann und zu dem auch noch ein Wandbild in der Bahnunterführung und ein wiederkehrendes Kinderfest gehören.
Mit dem 2003 eingeweihten Polyester-Zwitterwesen, dessen Name ein Anagramm des Künstlerlabels ist, ironisiert Com&Com die Gattung der traditionellen, repräsentativen Denkmalskulptur im öffentlichen Raum respektive adaptiert sie der heutigen Disney-Ästhetik entsprechend.
Mocmoc avancierte schnell zum Liebling der Kinder, die über verschiedene Aktionen gezielt angesprochen wurden, entzweite jedoch die erwachsene Bevölkerung. Im ersten halben Jahr erscheinen weit über dreihundert Medienberichte zum Mocmoc. Schliesslich muss gar eine Volksabstimmung über den weiteren Verbleib des Denkmals entscheiden.
Das konzeptionell vielschichtige Projekt, das über Provokation, Instrumentalisierung und Partizipationsstrategien als postmoderner Städtebrand implementiert wurde und insofern auf die sozioökonomische und politische Komplexität von Brandingprozessen verweist, führte zu einem Diskurs über Sinn, Problematiken und Grenzen von Kunst in der heutigen (Medien-)Öffentlichkeit.
Mocmoc ist auf unterschiedliche Zugangs- und Rezeptionsweisen sowie Nutzungsmöglichkeiten hin konzipiert. Dazu gehört beispielsweise der Aufbau des Werks als Marketing- und Merchandising-Instrument mit einer Angebotspalette, die von T-Shirts über Hörspiel-CDs bis hin zu Kunstmultiples reichtMocmoc ist ausgestattet mit einem Fanclub und einer Homepage. Seine Entstehung und Rezeption ist nachgezeichnet und reflektiert in einer wissenschaftlichen Publikation und einem Dokumentarfilm. Als Kulturbotschafter von Romanshorn und der Schweiz gastiert Mocmoc seit 2003 in zahlreichen Ausstellungendarunter die 7. Biennale von Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate, 2005 - Mocmoc Arab), die erste Singapur Biennale (2006 - Mocmoc & Mermer) sowie die erste Bodensee-Triennale (2008 - Mocmoc Skulpturentausch).
Der Werkkomplex Mocmoc steht für eine neue zweite Schaffensphase von Com&Com: komplexe Kommunikationsprojekte, die mittels gezielter Partizipations-, Provokations- und Aufmerksamkeitsstrategien über den Kunstkontext hinaus die gesamte Gesellschaft als Dialogpartner einbinden und Themen wie den erweiterten Kunstbegriff, die «soziale Plastik», Legendenbildung und Identitätskonstruktion durch Kunst zum Inhalt haben.

Website
www.mocmoc.ch

Publikation
Johannes M. Hedinger/Marcus Gossolt (Hrsg.), Kunst, öffentlicher Raum, Identität. Mocmoc, das ungeliebte Denkmal, 296 Seiten. Mit Texten von Gion Mathias Cavelty, Bruno Glaus, Andreas Göldi, Walter Grasskamp, Peter Gross, Boris Groys, Klaus Heid, Caspar Hirschi, Karolina Jeftic, Martina Koch, Markus Landert, Gerd Löhrer, Philipp Meier, Sibylle Omlin, Karl-Josef Pazzini, Toni Schönenberger, Wolfgang Ullrich, Wolfgang Welsch, Nicole Wydler, Sulgen/Zürich 2004, ISBN: 3-7212-0532-4.

Film
Mocmoc, das ungeliebte Denkmal, Video DV, schweizerdeutsch, D+E UT, 45’ in Kollaboration mit Andreas Göldi

Hörspiel
Mocmoc, die Legende, schweizerdeutsch, 35’51’’, in Kollaboration mit Roman Riklin und Marius Tschirky

Präsentation
7. International Biennial Sharjah, 1. Singapore Biennale, 1. Bodensee-Triennale Friedrichshafen, Kunstmuseum St. Gallen, Kalmar Museum of Art, Centre d’Art Contemporain Genf, Espace Michel Journiac-Centre Saint Charles Paris, Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück, Migrationsmuseum Schweiz, Kunsthalle Luzern, Galerie Olaf Stüber, Les Complices Zürich, Art Award Basel, Centre PasquArt Biel, AUT Innsbruck, ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie

Mitarbeit
Andreas Göldi (Produktion Dokfilm, Schnitt), Barbara Corti (Assistenz), Marius Tschirky (Musik), Roman Riklin und Dominique Enz (Hörspiel), Gilgi Guggenheim (Kindergeschichte), Felix Lehner, Michèle Elsener, Martin Hanson, Rita Kappenthuler-Bünting, Jan Eugster (alle Denkmal), Peter Böhler (Lackierung), Gregory Gilbert-Lodge (Logo, Illustration), Bastian Aubry (Grafik), Claudia Maag (Buchgestaltung), Can Asan (Bildbearbeitung), Tobias Erhardt, Tabea Guhl, Camillus Guhl, Hilar Lütolf (alle Website)

Unterstützung
ColorConcept AG, Curt und Erna Burgauer Stiftung, Detail AG, Dr. Heinrich Metzger Stiftung, Erfolg, Hess Investment, Kulturamt Kanton Thurgau, Kunstgiesserei Felix Lehner, Stiftung für Ostschweizer Kunstschaffen, Thurgauer Kantonalbank, Thurgauische Kulturstiftung, webtool.net

Videos

Bilder

Werke

Provokation, Gugusdada, Mocmoc Skulpturentausch, Mocmoc & Mermer, Mocmoc Arab, C-Files: Tell Saga

Begriffe

Agenda Setting, Aufmerksamkeit, Behauptung, Branding, Com&Com, Corporate Identity, Dada, Design, Détournement, Diskurs, Fake, Gemeinschaft, Geschichte, Giveaway, Image, Innovation, Inszenierung, Irritation, Kampagne, Kapital, Kind, Kollaboration, Kommunikation, Kontext, Konzept, Kreativindustrie, Kreativität, Lernen, Manipulation, Marketing, Massenkultur, Medien, Mehrdeutigkeit, Mehrwert, Moral, Mythologie, Nachhaltigkeit, Öffentlicher Raum, Partizipation, Pop, Produkt, Projekt, Provokation, Reisen, Shareholder Value, Simulation, Sinnerzeugung, Skandal, Social Media, Soziale Plastik, Spiel, Strategie, Subversion, Tabu, Transdisziplinarität, Trend, Unternehmer, Verdacht, Verführung, Vertrauen, Volkskultur, Wahrheit, Wahrnehmung, Web 2.0, Xanadu, Zweifel


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