Com&Com wurde 1997 von Marcus Gossolt (*1969) und Johannes M. Hedinger (*1971) gegründet. Sie leben und arbeiten in Zürich, St.Gallen und an den Orten ihrer Projekte. International bekannt wurde das multidisziplinär arbeitende Künstlerduo mit dem 2001 von Harald Szeemann an die Biennale Venedig eingeladenen Filmprojekt «C-Files: Tell Saga», dem 2004 in einer Volksabstimmung mündenden Denkmal-Skandal «Mocmoc», sowie Einzelausstellungen im Kunsthaus Zürich (2000) und Kunstwerke Berlin (2003). Bis heute hat Com&Com an über 100 Ausstellungen in 17 Ländern teilgenommen, 15 Kurzfilme gedreht, 8 CDs und 6 Bücher veröffentlicht und ein Musical inszeniert. Auch das Kuratieren von Ausstellungen, regelmässige Dozententätigkeit, kreativwirtschaftliche Dienstleistungen und (kunst-)wissenschaftliche Forschung gehören ins Repertoire der vielseitig operierenden Künstler.
Stand zu Beginn das Label Com&Com noch für Commercial Communication, hat sich die Ausrichtung des Künstlerduos in den letzten Jahren gewandelt und weiterentwickelt. Grob lässt sich das Werk von Com&Com in vier Phasen einteilen:
I
Im Frühwerk (1997–2002) wurden Themen wie Heimat und Mythos, Werbung, Pop und das Starsystem multimedial parodiert und ironisch dekonstruiert. Als Techniken dienten Zitat, Appropriation, Sampling und Ready-Made; die Mittel neben anderen sind Persiflage, Fake oder Manipulation (Bsp. «C-Files: Tell Saga» [2000],
«Side By Side» [2002],
«Tell Star» [2002]).
II
In der folgenden Schaffensperiode (2003–2007) entwickelte Com&Com komplexe Kommunikationsprojekte, die mittels gezielter Partizipations-, Provokations- und Aufmerksamkeitsstrategien über den Kunstkontextes hinaus die gesamte Gesellschaft als Dialogpartner einband und Themen wie den erweiterten Kunstbegriff, Legendenbildung und Identitätskonstruktion durch Kunst zum Inhalt hatten. (Bsp:
«Mocmoc» [2003–2007],
«Gugusdada» [2004–2007]). In diese Zeit fällt auch der Beginn der Lehr- und Vortragstätigkeit von Com&Com.
III
In der Übergangsphase (2005–2008) löst sich Com&Com von der Medien- und Konzeptkunst und beginnt sich neben Kollaborationsprojekten auch mit dem singulären und originären Kunstwerk zu beschäftigen. Inhaltlich kreisen diese Arbeiten um Themen wie Schönheit, Liebe, Leben und Sinnsuche. (Bsp:
«The Big One» [2005–2007],
«Google Earth Art» [2008]).
IV
2009 hat Com&Com mit der Ironie und Provokation ganz gebrochen. Am Anfang steht programmatisch das postironische Manifest. Darin ruft Com&Com zur Wiederentdeckung der Schönheit im Alltag und Einfachen, zur Huldigung des Authentischen und zur Feier der Kreativität und Einzigartigkeit jedes einzelnen auf. Zentrale Aspekte postironischer Werke und Aktionen sind Neugier, Nachhaltigkeit, Social Responsability und Sinnstiftung. Diese Neuausrichtung spiegelt sich sowohl in Einzelwerken, wie auch in Kollaborations- und Partizipationsprojekten wie
«Making Ideas» (2009–2010) und Diskussions- und Bildungsprojekten wie
«Postirony» (2009-10).